Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Russland und Belarus         

 siehe auch Ukraine und Kaukasus

   

   (letzter Eintrag 4.6.22)

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
24.10.07

80 Jahre Jüdische autonome Region in Ostsibirien 

B  
3.5.09 "Wer erschoss Stanislaw Markelow?" - Ina Ruck und Stephan Stuchlik suchen in ihrem Beitrag nach Spuren der Mörder des Journalisten Stanislaw Markelow und zeigen die ständige Bedrohung von kritischen Journalisten und anderen Unangepaßten durch Netzwerke von Nazis und Geheimdienstlern. Beunruhigend.

WS

14

17.8.09 Inguschetien : In der Stadt Nasran sterben 20 Menschen bei einem schweren Anschlag. Ein Selbstmordattentäter fährt mit einem LKW voll Sprengstoff in eine Polizeiwache, unter den Toten auch viele Zivilisten aus Nachbargebäuden. Als Täter vermutet man tschetschenische Separatisten.

hj,A

zus.4

5.5.10 "Vorfahrt für die Mächtigen" - Anne Gellinek berichtet aus Moskau über Leute, die mit blauen Plastikeimern auf ihren Autos dagegen protestieren, daß der neue Geldadel mit seinen gekauften Blaulichtern den Straßenverkehr unsicher macht.

auslandsjnl.

6

11.12.10 In Moskau demonstrieren rassistische Fußballfans, weil ein Fan bei einem Streit erschossen worden war. Jetzt pöbeln sie gegen die "Kaukasier, die dafür bezahlen müssen" und ähnlichen Unsinn. Es gibt heftige Krawalle mit der Polizei. - CNN bringt zu den Bildern eine völlig andere Nachricht, über Proteste im Fernen Osten gegen eine Umstellung der Zeitzonen: "Gebt uns unsere Zeit zurück!".

B,E,C,NC

zus.5

15.12.10 In Moskau versammeln sich Tausende gegnerische Fußballfans, Hooligans, Rassisten, um sich gegenseitig zu verprügeln. Ein Großaufgebot an Polizei und Soldaten geht dazwischen. Über 1000 Leute werden verhaftet. 

A,B,E

zus.5

18.12.10 Wieder demonstrieren in Moskau einige tausend Faschisten und Fußballfans.

E

1
19.12.10 Belarus : In Minsk protestieren (angeblich) mehrere Zehntausend Menschen gegen das vermutlich gefälschte Wahlergebnis (79 Prozent für Lukaschenko) und versuchen, das Gebäude der Wahlkommission zu stürmen. Die Polizei geht brutal dagegen vor.

A,B,E

zus.7
10.12.11 Nach der Parlamentswahl werden massive Fälschungsvorwürfe gegen die Partei von Putin laut. In etlichen Städten demonstrieren Menschen und fordern den Rücktritt von Putin und eine Wiederholung der Wahl. Allein in Moskau sind es mindestens 25.000, die größte Oppositionsdemo seit 20 Jahren. Überwiegend bleibt dabei alles friedlich. Bei AJE zwei Berichte von Neave Barker.

A,ht,TS,E

zus.15

4.2.12 In Moskau (und vielen anderen Städten auch) demonstrieren jeweils mehrere Zehntausend Leute für und gegen Putin. (Auch RT hat ausführlich und neutral drüber berichtet.)

E

3

17.8.12 Die Moskauer Punkband "Pussy Riot" hatte im Februar ein Happening in einer Moskauer Kirche veranstaltet und dabei ein "Muttergottes erlöse uns von Putin" gebetet. Das hat ein Gericht für Gotteslästerung gehalten (und somit Putin zum Gott erklärt) und hat jetzt drei der Frauen wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Große Protestbewegung in Rußland und weltweit gegen den Prozeß. 

Sehenswert der Beitrag bei aspekte, der weitere Beispiele von teils sehr gewagten und sehr witzigen Aktionen des künstlerisch-politischen Protestes in Rußland zeigt, vor allem auch des feministischen Protestes gegen den Obermacho Putin. - Bei "No Comment" gleich noch so eine Aktion, Aktivistinnen von "Femen" sägen in einem Park in Kiev mit der Kettensäge ein Kruzifix ab, beide wie immer nackt, der Lattenjupp wie auch die Sägefrau. (Ich bin übrigens ernsthaft versucht, das unter Religion abzulegen. Diese Punk-Frauen zeigen, was gelebte Nachfolge Christi sein kann.)   ¤

TS,aspekte,NC

zus.16

4.3.13 Der Theaterregisseur Milo Rau läßt in Moskau die "Moskauer Prozesse" aufführen. Dabei wird das Gerichtsverfahren gegen "Pussy Riot" nochmal neu inszeniert, ohne Manuskript, aber mit realistischer Rollenverteilung. Das Urteil stand nicht vorher fest und fiel hier moderater aus als im realen Prozeß. Polizei und eine selbsternannte Kosakenmiliz versuchten, die Aufführung zu stören.    ¤    - In der taz steht etwas ausführlicher was über das Projekt. Es waren drei Prozesse, neben Pussy Riot ging es noch um zwei Prozese gegen religionskritische Kunstausstellungen.    

ktzt

7
16.12.13 NATO  / Russland : Als Reaktion auf die Aufstellung von Raketen rund um Russland durch die Nato ("Raketenschutzschild", angeblich gegen den Iran) stellt Russland nun bei Kaliningrad ebenfalls Kurzstreckenraketen auf. Hintergrundinfos bei PressTV von Christopher Walker.

P,E

zus.6

23.12.13 Präsident Putin hat per Amnestie erst den Milliardenbetrüger Chodorkowski und jetzt auch die beiden "Pussy Riot"-Aktivistinnen Maria Aljokhina und Nadeshda Tolokonnikova aus der Haft in sibirischen Straflagern freigelassen. Beide sind keineswegs dankbar, nennen die Freilassung einen PR-Gag vor den olympischen Spielen und wollen sich jetzt für ihre Mithäftlinge einsetzen. (Chodorkowski hängt derweil bei seinen FDP-Komplizen ab.)

A,arj,TS,E

zus.10
18.3.14

Ukraine  : Die russische Regierung und Vertreter der Krim unterzeichnen in Moskau feierlich einen Vertrag über die Aufnahme der Krim in die russische Föderation. - In Sinferopol wird weiter gefeiert. - Erstmals werden ein ukrainischer Soldat auf der Krim und ein pro-russischer Milizionär getötet, bei einer Schießerei in einer Militärbasis bei Sinferopol.

A,C,TS,E

zus.15
19.3.14

Die russischen Truppen auf der Krim übernehmen fast gewaltlos weitere Stützpunkte der ukrainischen Armee. Bericht aus Sinferopol von Barnaby Phillips (AJE) und bei Euronews. - Heftige Kontroverse im UN-Sicherheitsrat. - In Kiew dringen Swoboda-Nazis in ein TV-Studio ein, verprügeln den Direktor des Senders und zwingen ihn, eine Rücktrittserklärung zu unterschreiben. -  

Bei "Zapp" zunächst Kritik an der einseitigen Berichterstattung der deutschen Medien, dann ein ausführlicher Beitrag über die Propaganda der russischen Medien und deren internationalen Ableger.

A,TS,E

Zapp

zus.17

8

20.3.14

In Sewastopol übernehmen russische Soldaten die Marinebasis der ukrainischen Marine. - In Donetsk werben pro-russische Aktivisten für ein Referendum. - Die Duma beschließt die Wiedereingliederung der Krim. - US-Regierung und EU beschließen eine Ausweitung der Sanktionen gegen die russische Führung. Diverse Rüstungslieferungen aus Europa werden gestoppt. - Im Bundestag hetzt und droht Merkel gegen Rußland, nur Gysi ist gegen die unsinnigen Sanktionen.

A,TS,E

zus.16

21.3.14

Feuerwerk und Jubelfeiern in Moskau wegen der Heimkehr der Krim. Neue Verträge zwischen EU und den Kiewer Putschisten. Betrachtungen zu Sanktionen und wirtschaftlichen Folgen.

A,TS,E zus.14
19.4.14 Der Faschist Vladimir Schirinovski dreht im Parlament durch und hetzt seine Leibwächter auf eine Journalistin um sie zu vergewaltigen.

E

2
31.3.15 Nato / Russland : Die US-Armee führt in Osteuropa ein Großmanöver zur Abschreckung Rußlands durch. RT berichtet über Proteste von Bewohnern. Marcus Papadopoulos sieht in den Manövern eine gefährliche Provokation.

RT

3

19.6.16 Bei Fareed Zakarias "GPS" eine ganze Sendung über Rußland, darin u.a. ein sehenswertes Interview mit Präsident Putin. Aufgehoben habe ich das Stück über die Entstehungsgeschichte von Schostakovitschs 7. Symphonie. Er schrieb sie während der Belagerung von Leningrad durch die Naziarmee, bei der von 1941 bis 1944 etwa eine Million Menschen starben. Das Werk ist eine Ode an den Widerstandsgeist des Volkes. Es wurde am 9.8.1942 erstmals in Leningrad aufgeführt und mit Lautsprechern an der Front abgespielt, um die deutschen Soldaten zu demoralisieren.  ¤

C

5

14.5.17 In Moskau demonstrieren Tausende Menschen gegen den Plan der Regierung, Tausende von alten Plattenbauten abzureißen und stattdessen für eine Million Menschen neue Wohnviertel zu bauen. Die Bewohner wollen aber nicht aus ihren guten und billigen Wohnungen ausziehen. Bei AJE berichtet Stefanie Dekker aus Moskau.  ¤

A,E

zus.4
                 
19.5.17 Bei n-tv noch ein Bericht (von Andreas Mitzkus) über die Pläne, in Moskau 4500 alte Wohnblocks abzureißen. Die Bewohner sind wütend und demonstrieren gegen das Vorhaben.

n-AR

5

9.8.20 BelArus : In Belarus (Weißrussland) läßt Dauerpräsident Lukaschenko sich wiederwählen. Der Andrang ist enorm, offensichtlich weil diesmal eine glaubwürdige Oppositionskandidatin angetreten ist. Nachdem abends ein angebliches Wahlergebnis von 81 Prozent für Lukaschenko verkündet wird, gibts es laute Proteste gegen die offensichtliche Wahlfälschung. In Minsk errichten Demonstranten Barrikaden, es gibt schwere Zusammenstöße mit Lukaschenkos Polizei. A,B,TS,E zus.13
                 
10.8.20 BelArus : Noch ein Bericht über die Proteste gegen die Wahlfälschung. TS 2
13.8.20 Belarus : Die Proteste gegen das "Wahlergebnis" dauern im ganzen Land an und weiten sich immer mehr aus. In Minsk bilden tausende Frauen eine Menschenkette. Manche Betriebe streiken. Es gibt einige Videos von Polizisten, die den Dienst quittieren. In vier Tagen wurden etwa 7000 Menschen verhaftet und sitzen ohne Nahrung in überfüllten Gefängnissen. Bei AJE berichtet Step Vaessen aus Minsk, teilweise live. Im heute-journal spricht Claus Kleber mit Maria Kalesnikava, einer der drei Wortführerinnen der Opposition. A,arj,hj zus.20
14.8.20 Die Proteste wachsen weiter an, in zahlreichen Fabriken wird gestreikt. Das Regime hat einen Teil der 7000 bei den Demos Verhafteten freigelassen. Viele von ihnen berichten, daß sie im Gefängnis von Soldaten mißhandelt wurden. Andererseits gibt es weitere Videos von Verbrüderungsszenen der Demonstranten mit Soldaten und Polizisten. Einige Berichte. Bei Euronews ein Beitrag über die Hauptrolle der Frauen in dieser Revolution. Frauen, von denen Diktator Lukaschenko sagt, sie seien nur zum Dienen da.  ¤

A,arj,TS,hj,E

zus.15
           
15.8.20 Am siebten Tag in Folge demonstrieren Zigtausende friedlich gegen Lukaschenkos Wahlbetrug. Die Polizei hält sich seit zwei Tagen deutlich zurück, es gibt keine Konfrontationen mehr. International hat Lukaschenkos nur bei Putin Rückhalt. - Bei AJE berichtet Step Vaessen aus Minsk, Einschätzungen von Julia Korosteleva.

A,arj,TS,hj

zus.14
16.8.20 Belarus : Das Regime veranstaltet eine eigene Kundgebung in Minsk zu Lukaschenkos Unterstützung. Dazu wurden Staatsbedienstete aus dem ganzen Land zusammengekarrt, immerhin etwa 5000. Nicht weit entfernt demonstrieren gleichzeitig etwa 20-mal so viele Leute gegen Lukaschenko.

A,B,arj,TS,hj

zus.15
           
17.8.20 Belarus : Die Massenproteste und Streiks dauern an. Diktator Lukaschenko will eine Rede vor Fabrikarbeiter*innen halten, wird von diesen aber ausgebuht, und räumt das Feld. 

A,B,arj,TS,hj

zus.15
           
18.8.20 Belarus : Proteste und Streiks dauern an. U.a. demonstrieren Hunderte in Minsk vor dem Gefängnis, in dem der Oppositionsführer Sergei Tikhanovsky (der Mann von Svetlana Tikhanovskaya) inhaftiert ist. 

A,arj,TS

zus.7
19.8.20 Belarus : Weiter Proteste und Massenstreiks, Forderungen nach einem landesweiten Generalstreik. Die EU-Außenminister erklären, daß sie das Wahlergebnis "nicht anerkennen". Bei AJE zwei Berichte.

A

6

23.8.20 Belarus : In Minsk demonstrieren wieder über 100.000 Leute friedlich gegen Präsident Lukaschenko und verlangen seinen Rücktritt. Lukaschenko läßt sich unterdessen dabei filmen, wie er bewaffnet mit einem Sturmgewehr herumläuft.  ¤

A,B,arj,TS,hj,E

zus.16
           
30.8.20 Belarus : Erneut demonstrieren in Minsk Zehntausende gegen das Lukaschenko-Regime. Die Polizei verhaftet diesmal mehrere hundert Leute, u.a. auch zahlreiche ausländische Reporter. A,arj,TS,E zus.8
13.9.20 Belarus : In Minsk demonstrieren wieder etwa 100.000 Leute gegen Lukaschenko. Paramilitärische Polizeitruppen greifen sich mehrere hundert Leute und verhaften sie, teilweise auf sehr brutale Weise.

A,TS

zus.4
           
23.1.21 Russland : In zahlreichen Städten Russlands demonstrieren zigtausende Leute gegen die Verhaftung von Alexei Nawalny. Der rechtspopulistische Politiker war letztes Jahr vermutlich vom russischen Geheimdienst vergiftet worden und danach in Deutschland behandelt worden. Bei seiner Rückkehr wurde er sofort verhaftet. Er hatte zuletzt in einem Video die angebliche Korruption von Präsident Putin angeprangert. Die Polizei geht massiv gegen die Demonstranten vor, mindestens 3000 werden festgenommen.

A,B,arj,TS,E

zus.11
           
24.1.21 Beitrag von Ina Ruck über Putins geheimen Luxus-Palast mitten in einem Naturschutzgebiet am Schwarzen Meer. Laut Nawalny wurde er mit Schmiergeldern finanziert. Jedenfalls wurde jede Berichterstattung darüber jahrelang blockiert. Jetzt behauptet die russische Regierung einfach, das sei eine Lüge, und Putin habe dort keinen Palast.  WS

9

           
31.1.21 Erneut demonstrieren im ganzen Land Zigtausende gegen Putin und für die Freilassung von Alexei Nawalny. Die Polizei reagiert erneut teilweise sehr brutal, mehr als 5000 Demonstrant*innen werden festgenommen. A,TS zus.7
           
24.2.22

24.2.22 frühmorgens: "Russia attacks Ukraine."  Russland hat an mehreren Fronten einen massiven militärischen Angriff auf die Ukraine begonnen. Es gibt Luftangriffe auf mehrere ukrainische Städte, bei Odessa im Süden landen Marinetruppen vom Meer aus. Ausführliche Infos bei AJE, BBC und CNN, erste Infos bei Euronews. Bislang kaum Bilder.  ¤

A,B,C,E

zus.17
                 
24.2.22

 

Russland beginnt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. An mindestens vier Fronten sind russische Truppen einmarschiert, sämtliche Städte werden aus der Luft angegriffen oder mit Raketen beschossen. Ein Hauptangriffsziel ist offenbar die Hauptstadt Kiew - dort sind in der Nähe anscheinend Fallschirmjäger gelandet. Russische Truppen haben die Sperrzone um die Atomruine Tschernobyl besetzt, warum auch immer. - Einziges Thema bei allen Sendern. Mit Abstand die besten Berichte mal wieder bei AJE, während bei CNN immer dasselbe Zeug von mindestens 30 Reportern und Experten durchgekaut wird. Alles NNA)*  ¤¤

Bei AJE auch Einschätzungen von Marwan Bishara: der Westen wird außer Wirtschaftssanktionen nichts unternehmen. Niemand wird wegen der Ukraine einen Atomkrieg und die gegenseitige Vernichtung riskieren. Russlands Hauptziel ist es nicht, die Ukraine zu besetzen, sondern den Westen zu zwingen, Russland wieder als europäische Großmacht zu behandeln.  ¤

A,B,C

R,TS,E

zus.33

zus.19

                 
26.2.22

Im "Listening Post" ein Beitrag über die Desinformation durch die russischen Medien, die auch dazu beigetragen hat, daß im Westen kaum jemand glauben wollte, daß Russland wirklich angreifen würde.

A

4

           
27.2.22

In den russischen staatlich kontrollierten Medien wird der Krieg gegen die Ukraine einfach geleugnet. Trotzdem gibt es in zahlreichen russischen Städten Proteste gegen den Krieg, die aber sofort und brutal unterbunden werden. Insgesamt sollen dabei 2500 Menschen verhaftet worden sein.  ¤

A,TT zus.5
                 
2.3.22

Die EU-Kommission verbietet ab sofort die Ausstrahlung des russischen Nachrichtensenders RT (sowie auch von "Sputnik"). Man wirft dem Sender Propaganda und Lügen vor. Man kann RT weiterhin über die Homepage des Senders (rt.com) sehen. - Ich halte die Entscheidung der EU für falsch. Auch wenn die einseitige und verlogene Berichterstattung zum Krieg gegen die Ukraine wirklich übel ist - ich habe sie bisher einfach ignoriert : es ist immer gut, auch die Sicht der anderen Seite zu erfahren. Und man bringt mit dem Verbot auch kritische Stimmen zum Verstummen, die keineswegs immer auf Putins Linie liegen, wie den Journalisten Afshin Rattansi ("Going Underground") und eine der weltweit besten Satiresendungen, "Redacted Tonight" mit Lee Camp. Wenn man unbedingt Lügen und Volksverhetzung verbieten will, könnte man lieber bei "BILD-TV" anfangen.

hj 1/2
5.3.22

Im "Listening Post" ein Beitrag über den Informationskrieg um den Ukraine-Krieg. Putin weist mit Recht auf faschistische Gruppen in der ukrainischen Armee hin, übertreibt aber deren Bedeutung. Seine Klagen über die Expansion der NATO werden auch von westlichen Beobachtern geteilt. CIA-Direktor William Burns sprach schon 2019 von "unnötigen Provokationen" des Westens.  ¤

A 11
           
12.3.22

Im "Listening Post" ein Beitrag über die Medien in Russland, die den Krieg nichtmal einen Krieg nennen dürfen. Alle kritischen Stimmen werden zum Schweigen gebracht, auch die Sozialen Medien dienen nur noch zur Überwachung der Bürger.

A 11
           
13.3.22

Bei Protesten gegen den Krieg sind in zahlreichen russischen Städten zusammen mehr als 800 Menschen festgenommen worden. U.a. wird in Moskau eine Frau verhaftet, die ein weißes Plakat ohne Text hochgehalten hatte.  ¤

In deutschen Städten gibt es erneut große Demonstrationen gegen Putins Krieg. Die größte Kundgebung ist wohl in Stuttgart mit 35.000 Teilnehmern. Forderungen nach einem Importstopp für Brennstoffe aus Russland. - Proteste auch weltweit, u.a. in New York

A,TS,NC

A,TS,E

zus.7

zus.6

                 
14.3.22

 

In der Hauptnachrichtensendung des russischen Staatsfernsehens hält eine Frau ein Plakat gegen den Krieg ("Kein Krieg! Glaubt der Propaganda nicht! Hier werdet ihr belogen.") in die Kamera. Die Sendung wird unterbrochen, die Frau verhaftet. Es handelt sich um die Journalistin Marina Ovsyannikova, die zuvor ein Video aufgenommen und ins Internet gestellt hat, in dem sie ihre Aktion begründet: "Der Krieg gegen die Ukraine ist ein Verbrechen, Russland ist der Aggressor, und die Verantwortung dafür trägt allein ein Mann: Vladimir Putin. Mein Vater ist Ukrainer, meine Mutter Russin, und sie waren niemals Feinde. Russland sollte sofort diesen Bruderkrieg beenden. Ich habe leider die letzten paar Jahre für diesen Sender gearbeitet und die Propaganda des Kreml verbreitet, wofür ich mich jetzt schäme. (...) Geht zu den Protesten. Habt keine Angst. Sie können uns nicht alle verhaften." - Auch alle deutschen Sender melden die Aktion und zeigen Bilder davon. Den ganzen Text der Videobotschaft bringen aber nur AJE, CNN und Sky News, teils als OT mit englischen UT, teils mit Voice-Over-Übersetzung.  ¤¤

A,C,Sky

 

zus.5

 

           
15.3.22

Die Journalistin Marina Ovsyannikova ist wegen ihrer Protestaktion 14 Stunden lang verhört worden und wurde dann zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Ihr droht weiterhin eine langjährige Haftstrafe wegen "Verbreitung von Falschnachrichten". Unterdessen werden in Moskau Leute verhaftet, die ein kleines Schild hochhalten, auf dem nur steht: "Zwei Worte"

A

8

           
2.4.22

Im "Listening Post" ein Beitrag über die Schwierigkeiten der russischen Propaganda, das militärische Desaster in der Ukraine als Erfolg zu verkaufen, und das Interview, das der ukrainische Präsident Zelensky drei russischen TV-Sendern gegeben hat.  ¤

A

10

           
3.4.22

 

 

Beim "Bericht aus Berlin" ein Beitrag über die Rolle von Steinmeier (früher als Schröders Kanzleramtschef und Außenminister, dann als Bundespräsident) beim langjährigen Kungeln mit Russlands Diktator Putin. Man glaubte, mit guten Handelsbeziehungen, also mit dem Kauf von russischem Öl und Gas, könne man dessen Politik beeinflussen. Was spätestens seit der Annexion der Krim als Irrtum hätte erkannt werden müssen. Einige deutliche Worte dazu von Marina Weisband und Ralf Fücks.  ¤

Ich muß zugeben, daß auch ich (wenn auch aus anderen Gründen) bis vor Kurzem nicht wahrhaben wollte, um was es sich bei Putins Regime handelt. Mit dem 24.2.22 sind diese Illusionen zerplatzt, und ich muß Einiges neu einordnen. Ein Bundespräsident sollte den Mut und die Charakterstärke haben, seine früheren Fehler offen und deutlich einzugestehen. Beides fehlt dem Mann. Wie ich neulich (12.2.) zu seiner Rolle beim Fall Murat Kurnaz schrieb: "Herr Steinmeier war bereits 2002 darüber informiert, daß Kurnaz unschuldig ist, hat sich aber nicht für dessen Freilassung eingesetzt. Er hätte ihm vier weitere Jahre im Foltergefängnis ersparen können. Mit einem solchen politischen Fehlverhalten kann man trotzdem Außenminister werden. Daß Steinmeier sich aber bis heute weigert, seinen Fehler einzugestehen und sich bei Murat Kurnaz zu entschuldigen, zeigt, daß er charakterlich ungeeignet ist für ein Amt wie das des Bundespräsidenten." 

ARD

 

 

6

 

 

           
5.4.22

Beitrag von Demian von Osten über die Lügenpropaganda der komplett gleichgeschalteten russischen Medien.

TT 3
           
7.4.22 Bei "Amanpour" spricht Hari Sreenivasan mit Prof. Jason Stanley (Autor von "How Fascism works - The Politics of Us and Them") über "Putins Faschismus" und auch über den Faschismus von Putins Freunden bei den evangelikalen US-Rechten.  ¤

C

18

           
12.4.22 Ein Bericht über Kundgebungen von Putinfreunden in Deutschland, vorzugsweise per "Autokonvoi", und über die Lügenpropaganda russischer Kanäle für Deutsch-Russen. Eklig. frontal 4
15.4.22

Beitrag über die Kriegspropaganda der russischen Medien.  (NNA)*  ¤

TT 3
           
20.4.22 Anderson Cooper spricht mit Nadya Tolokonnikova (Aktivistin von Pussy Riot) über den Schurken Putin, die Korruption in Russland und die Folgen der Sanktionen.  - Das folgende Gespräch der beiden ist schon drei Wochen alt und war etwas interessanter. Ungeschnittene Version bei Twitter. C 5
           
29.4.22 BRD / Russland : Jan Böhmermann ("ZDF Magazin Royale") über Putins nützliche Idioten in Deutschland. Von Sevim Dagdelen über die AFD bis zum Kanzlerberater Jens Plötner. Die deutsche Gesellschaft als Schlachtfeld des russischen Propagandakrieges. Spannende Fakten, interessante O-Töne, brillante Darstellung.  ¤¤

ZDF

22

           
2.5.22

 

Ein beliebter Trick von Faschisten ist es, ihren Gegnern genau das vorzuwerfen, was sie selber tun. So z.B., wenn die AFD-Nazis Antifaschisten "Links-Faschisten" nennen. Russlands Kriegspropaganda begründet den Angriffskrieg gegen die Ukraine damit, dort seien "Nazis" an der Macht. Russlands Außenminister Lavrov hat sich jetzt mit einem klassischen Antisemitenspruch selbst entlarvt: auf die Frage, wie denn die Ukraine ein Naziland sein könne, wenn deren Präsident selber Jude ist, meinte er: das habe gar nichts zu bedeuten: oft seien die schlimmsten Antisemiten selbst Juden, und Hitler habe wohl auch "jüdisches Blut" gehabt (bzw. er sei jüdischer Abstammung gewesen - die Übersetzungen unterscheiden sich leider). Heftige Proteste in Israel gegen diese offen antisemitischen Äußerungen. - Kurze Berichte bei den internationalen Sendern. Den OT von Lavrov hat leider nur Sky News. Bei den deutschen Sendern nur Meldungen. Dabei schafft es kein einziger Sprecher, den in sich bereits rassistischen Ausdruck "jüdisches Blut" als solchen zurückzuweisen. Als wenn das Blut tatsächlich irgendetwas mit der Abstammung zu tun hätte, als ob das normales Reden wäre, als ob man jemand noch ernstnehmen dürfte, der solche Worte benutzt. (Wie gesagt, vielleicht hat er auch "Abstammung" gesagt, was am antisemitischen Gehalt des Satzes nichts ändern würde.)  ¤

A,C,Sky,arj,
TS,hj,h+,E

 

zus.12

 

                 
3.5.22

Beitrag von Joachim Bartz u.a. über die russische Söldnertruppe "Wagner" und deren Kriegsverbrechen in der Ukraine, Syrien, Libyen, der ZAR und diversen weiteren Staaten Afrikas. Gegründet wurde die staatlich finanzierte Mörderbande 2014 von dem Neonazi und Geheimdienstler Dmitry Utkin.

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4.5.22

Über die orthodoxe Kirche in Russland und ihre Unterstützung für Putins Krieg.  (NNA)*

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3

5.5.22

Laut dem israelischen Premierminister hat sich Putin bei ihm für die antisemitischen Äußerungen seines Außenministers Lavrov "entschuldigt".

A,E

zus.2

6.5.22

Anderson Cooper spricht mit Stuart A. Thompson (NYT) und Steve Hall (Ex-CIA) über deren Analysen der Kriegspropaganda im russischen Fernsehen. Die wirkliche Kriegslage, die eigenen Verluste, selbst der Verlust von Kriegsschiffen, alles wird einfach verschwiegen oder schöngelogen.  ¤

Isa Soares spricht mit David Scheffer (Ex-Beauftragter der US-Regierung zum Thema Kriegsverbrechen) über den wachsenden Berg von russischen Kriegsverbrechen, laut Zählung der ukrainischen Staatsanwaltschaft fast 10.000 Fälle in 70 Tagen. Offenbar kümmern die Russen sich nicht um die offenkundigen Belege, als brauchten sie sich keine Sorge machen, dafür jemals belangt zu werden. Notfalls bleibt dem Kreml immer noch die nukleare Erpressung.  ¤

C 13
           
8.5.22

Der britische Journalist Paul Mason ("Faschismus und wie man ihn stoppt") über die Wiederkehr des Faschismus. Die Hindunazis in Indien, Bolsonaro, Trump, Putin. "Der Faschismus konnte zurückkehren, weil das System in dem wir leben in die Krise geriet, Es sind aber nicht einfach die Verlierer des Hyper-Kapitalismus, die Opfer wachsender Ungleichheit, die sich jetzt wütend den Faschisten und ihren Wegbereitern zuwenden, sagt Mason. Nein, es seien gerade auch die Gewinner dieses Systems."    ¤

ttt 8
           
9.5.22

Hauptthema bei allen Sendern sind die Feiern zum 9.5. (Tag des Sieges über Nazideutschland) in Moskau. Gewaltige Militärparade (allerdings ohne Flugzeuge, warum auch immer), und Putin rechtfertigt erneut den Angriffskrieg gegen die Ukraine, den er mit einem angeblich drohenden Angriff der NATO und angeblichen "Nazis" in der Ukraine begründet. Wobei eigentlich genau das seine Schwäche zeigt: daß er sich immer noch gezwungen sieht, sein kriminelles Handeln zu rechtfertigen.

A,TS zus.7
10.5.22

Bericht über die Entwicklungen rund um Kaliningrad. (NNA)*  ¤

A

3

10.5.22

Der Historiker Timothy Snyder über Putins faschistische Ideologie.  ¤

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11.5.22

Die Musikerin und politische Aktivistin Maria Alyokhina von "Pussy Riot" ist bei einer abenteuerlichen Flucht aus ihrem Hausarrest in Moskau entkommen und über Belarus nach Litauen gelangt. Anderson Cooper spricht mit ihr über diese Geschichte und über Putins menschenverachtende Politik, die man nur mit der der Nazis vergleichen kann.  ¤

C

9

           
11.5.22

Der frühere Wagner-Söldner Marat Gabidullin schildert in seinen Memoiren die regelmäßigen Verbrechen der Wagner-Bande im Auftrag des Kreml. Er sagt, die russischen Soldaten waren völlig überrascht, als sie in der Ukraine auf einmal einer "richtigen Armee" gegenüberstanden.

E

1

           
13.5.22

Nach der Flucht von Maria Aljochina sind die Musikerinnen der Punkband Pussy Riot nun alle im Ausland und beginnen in Berlin eine Europatournee. Sie rufen den Westen auf: hört auf, Öl und Gas zu kaufen!

ktzt

5

15.5.22

 

Noch ein Beitrag über die Widerstandsaktivistinnen der Punkband Pussy Riot. Maria Alyokhina: "Russland ist jetzt wie bei Orwell, eine dunkle, faschistische Horrorvision. Der Putinismus hat das Land gekapert." - "Der Westen hat Putin aufgerüstet und seine aggressiven Ambitionen unterschätzt, auch noch nach der Annexion der Krim 2014. Es gab hunderte und tausende Menschrechtsorganisationen, Künstler wie uns, Politiker wie Alexeji Nawalny, die in diesen acht Jahren immer wieder davon sprachen, warnten, daß Putin sich mit der Krim nicht zufriedengeben würde. Jetzt, wo das Blut schon in die Erde gesickert ist, gibt es endlich Reaktionen. Es wäre ohne dieses Blut gegangen, ohne den furchtbaren Preis, den die Ukraine dafür zahlt, dass nun auch der Letzte begreift, wer Putin wirklich ist." "Als erster Schritt muss ein Tribunal stattfinden – nicht nur Putin muss vor Gericht, sondern alle Verantwortlichen, besonders seine Propagandisten. Sie alle sind Kriegsverbrecher und sie müssen verurteilt werden."  ¤

ttt

 

6

 

           
18.5.22

"Wie tickt Wladimir Putin?" - Ein Psychogramm des eiskalten, skrupellosen, gewalttätigen, cholerischen KGB-Offiziers Vladimir Putin. (Von Bernd Reufels)  ¤

auslandsjnl

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23.5.22

Der langjährige russische Diplomat Boris Bondarev ist von seinem Posten bei den UN zurückgetreten, aus Protest gegen und Scham über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ausführliche Infos von Nic Robertson bei CNN, ein Bericht bei Euronews. - Bei Euronews außerdem ein ausführlicher Bericht über Repressalien gegen Kriegsgegner in Russland.  ¤

C,E zus.9
                 
23.5.22

Bericht über die feministische Protestband Pussy Riot und ihre Europatournee, und Ingo Zamperoni spricht im Studio mit den Dreien, Maria Aljochina, Diana Burkot und Olga Borisova. Aljochina fordert, Putin beim ICC in Den Haag vor Gericht zu stellen.  ¤

Auch bei "Spiegel-TV" ein Beitrag über den "Alptraum für eher kleingewachsene gottesfürchtige Diktatoren". Am Ende düstere Einschätzung des Bandmanagers Aleksander Cheparuhkin: "Putins Drohung mit Atomwaffen ist keine Erpressung, sondern sein innigster Wunsch, seine wahre Leidenschaft. Er ist von einem skrupellosen Erpresser zu einem paranoiden Monster mutiert."  ¤

TT

Spiegel-TV

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25.5.22

Isabelle Tümena berichtet über den Widerstand in Russland gegen den Krieg, von Spontandemos über gemalte Parolen bis zu Brandanschlägen auf Militäreinrichtungen. Auch wenn wohl eine Mehrheit immernoch den Faschisten Putin unterstützt - die Unzufriedenheit wächst.  ¤

auslandsjnl 7
4.6.22

Im "Listening Post": "Russia vs Ukraine - The Fog of Propaganda and Disinformation" - Eine Timeline der beiderseitigen Kriegspropaganda seit Januar. (Das meiste sind Ausschnitte aus früheren Beiträgen im "Listening Post".)  ¤

A 25
           
4.6.22

Lev Gudkov, Leiter des unabhängigen Levada-Meinungsforschungsinstituts in Moskau über die Manipulationen und Kriegspropaganda der russischen Medien. Der Trick, den Gegner zum Bösen zu erklären bzw. zu "Nazis".

E 2
           
4.6.22

Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Senegals Präsident Macky Sall, hat Putin in Moskau besucht und sich über die drohende Hungersnot als Folge des Ukraine-Krieges beklagt. Putin behauptet, Russland würde die Getreideexporte der Ukraine gar nicht blockieren, vielmehr habe die Ukraine selbst ihre Häfen vermint. (Am Vortag gab es dazu schon einige Berichte bei anderen Sendern.)

E 2
           
       

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