Was gestern im Fernsehen Wichtiges zu sehen war und von mir archiviert wurde. Täglich im rauskuck.

Haiti #2                                                                                                                                        

   Haiti #1

   (letzter Eintrag 23.11.22)

Datum Beitrag Sender (Schlüssel) Länge (Min.)
7.2.21

In Port-au-Prince gibt es jeden Tag Proteste gegen Präsident Moïse. Dessen Amtszeit endet laut Verfassung heute, aber er behauptet einfach, er habe noch ein weiteres Jahr. Am Abend erklärt Moïse, er habe 20 Personen wegen eines "Putschversuchs" festnehmen lassen, darunter einen Polizeichef und einen Richter des Verfassungsgerichts. Ein Bericht von Teresa Bo und Hintergrundinfos von Kim Ives (Haiti Liberté) und Prof. Laurent Dubois

A

9

             
8.2.21

Nachdem die Amtszeit von Präsident Moïse abgelaufen ist, erkennt die Opposition ihn nicht mehr an und hat den Verfassungsrichter Joseph Mecene Jean Louis zum neuen Präsidenten ernannt. Moïse spricht von einem Putsch und hat etwa 20 Oppositionsvertreter verhaften lassen. Bei AJE ein Gespräch mit Prof. Nadeve Menard über die Lage in Port-au-Prince, die sie als ruhig beschreibt. Dagegen zeigt Stuart Ramsay (Sky News) in seinem Bericht schwere Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei.

A,Sky

zus.7
             
11.2.21

Bilder aus Port-au-Prince: Tausende demonstrieren friedlich gegen Präsident Moïse, ein paar Polizisten werfen Tränengas in die Menschenmenge. Irgendwo wird geschossen.

NC

1

             
13.2.21

Weiterhin Proteste in Port-au-Prince gegen Präsident Moïse, der nach dem Ende seiner Amtszeit nicht abtreten will.

E

1
14.2.21

Bericht von Teresa Bo über die andauernden Massenproteste gegen den korrupten Präsidenten Moïse. Darin ein Interview mit dem amtierenden Außenminister Claude Joseph. Er behauptet, "einige Politiker und Oligarchen" würden versuchen, mit illegalen Mitteln die Macht zu übernehmen. Bei arte ein Bericht.

A,arj

zus.5
             
26.2.21

Bei einem Aufstand in einem Gefängnis in Port-au-Prince sind mindestens 11 Personen getötet worden, darunter der Gefängnisdirektor, und eine unbekannte Zahl von Gefangenen entkommen.   

A 2
             
7.3.21

Die Karibikinsel Hispaniola ist geteilt, in Haiti, den ärmsten Staat Amerikas, und die Dominikanische Republik, den reichsten. Die Regierung der Dom. Rep. plant nun, entlang der Grenze eine Mauer zu bauen, um unerwünschte Armutsflüchtlinge fernzuhalten, die sie für Drogenhandel und Kriminalität verantwortlich macht.

A

2
             
18.3.21

In Port-au-Prince haben tausende Demonstranten, darunter etliche Polizisten, mehrere Polizeiwachen gestürmt und vier Polizisten befreit, die der Beteiligung an einem angeblichen Putschversuch gegen den korrupten Präsidenten Moïse beschuldigt wurden. Die Polizisten beschuldigen ihrerseits den Präsidenten eines Bündnisses mit kriminellen Banden.  ¤

A

2

             
14.4.21

Die Regierung ist zurückgetreten. Der bisherige Außenminister soll neuer Premierminister werden. Das eigentliche Problem, der korrupte Präsident Moïse, bleibt im Amt.

A,C zus.2
16.4.21

In einem Vorort von Port-au-Prince hat eine kriminelle Bande zehn Personen entführt, darunter sieben Priester. Die katholische Kirche beklagt die Zunahme von Gewalt. Die Proteste gegen den korrupten Präsidenten Moïse dauern an. Bericht von Teresa Bo.

A 3
             
9.6.21

Bisher war Haiti von Corona weitgehend verschont geblieben, jetzt gibt es in Port-au-Prince erstmals einen größeren Ausbruch. Bisher ist in Haiti kein einziger Mensch gegen die Seuche geimpft worden.

A

3

30.6.21

Bei Schießereien zwischen Banden und Polizei in Port-au-Prince sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Unter den Toten sind auch eine Journalistin und ein politischer Aktivist, nach Aussagen von Oppositionellen handelt es sich um gezielte Tötungen. Bericht von Teresa Bo.   

A

3

             
7.7.21

 

 

Präsident Juvenel Moïse ist tot. Er wurde nachts in seinem Wohnhaus von einer Gruppe von Männern ermordet, seine Frau wurde bei dem Anschlag schwer verletzt. Übergangspremierminister Joseph ruft das Land zur Ruhe auf und verhängt den Ausnahmezustand. Er erklärt u.a., daß die Täter englisch und französisch spanisch gesprochen haben. UN-Botschafter Edmond sagt, die Täter seien ausländische Söldner, die sich als Agenten der DEA (US-Drogenpolizei) ausgegeben hätten. (Er beruft sich auf ein Video, das vom Zeitpunkt des Attentats stammen soll und in dem jemand zu hören ist, der auf englisch Kommandos ruft und behauptet, er sei von der DEA. Das Video wurde bei CNN gezeigt.) Am Abend erklärt die Polizei, sie habe bei einem Gefecht vier tatverdächtige Männer getötet und zwei verhaftet. Der Mordanschlag wird weltweit verurteilt, u.a. von Präsident Biden. Ein US-Regierungssprecher dementiert jede Verwicklung der USA.  ¤

Ausführliche Berichte und Infos bei AJE, BBC und CNN. Bei AJE Einschätzungen von Jason Marczak (Lateinamerika-Experte) und Kim Ives ("Haiti Liberté"). Auf deutsch Berichte bei arte, ARD und Euronews, bei RTL und ZDF nur Kurzmeldungen. Nur bei Euronews werden die Angaben über ausländische Täter erwähnt.

A,B,C

R,arj,TS,E

 

 

zus.24

zus.7

 

 

                   
8.7.21

Nach dem Mord an Präsident Moïse sind inzwischen 17 Tatverdächtige verhaftet worden, sieben wurden getötet, nach mindestens acht weiteren wird noch gefahndet. Fast alle sollen kolumbianische Söldner sein, zwei sind US-Bürger. Die Lage auf den Straßen ist im Moment relativ ruhig, vor dem Gefängnis, in dem die Verdächtigen inhaftiert sind, fordern einige Dutzend wütende Leute Vergeltung.  ¤

Berichte bei AJE, BBC und CNN. Bei AJE Infos aus Port-au-Prince von dem Journalisten Jameson Francisque und Einschätzungen von Jorge Restrepo (Konfliktforscher), bei der BBC Infos aus Port-au-Prince von Widlore Merancourt (Journalist). Bei CNN Einschätzungen von Stefano Pozzebon (Bogota) zur Rolle Kolumbiens. Diverse Berichte auf deutsch, gut die von Luc Walpot und Nina Niebergall im ZDF.

A,B,C

arj,ht,TS,h+,E

zus.29

zus.11

             
9.7.21

Nach acht weiteren Mitgliedern des Killerkommandos, das Präsident Moïse ermordet hat, wird international gefahndet. Wer die Söldnertruppe (26 Kolumbianer und zwei US-Bürger) beauftragt hat, ist unbekannt. Ermittler aus den USA und Kolumbien sollen bei der Aufklärung helfen. Der Senat hat Joseph Lambert zum Übergangspräsidenten und Ariel Henry als neuen Übergangspremierminister berufen.   ¤

Bei AJE weiter ausführliche Infos und ein Bericht, Einschätzungen von Laurent Dubois (Haiti-Experte) und Eugenia Charles (haitische Journalistin). Bei der BBC Infos und zwei Berichte. Auf deutsch nur bei "Welt" ein Bericht (gar nicht mal so schlecht).

A,B,W zus.28
10.7.21

Die Witwe des ermordeten Präsidenten, Martine Moïse, beschuldigt politische Gegner als Auftraggeber des Mordanschlags. Sie selber wurde dabei schwer verletzt und ist jetzt in einem Krankenhaus in Miami. - Es wird weiter nach den restlichen Beteiligten des Attentats gesucht, und vor allem nach dessen Hintermännern. - Die neue Übergangsregierung bittet die UN und die USA um militärische Unterstützung. Die US-Regierung hat schon abgelehnt. - Es ist unklar, wer eigentlich im Moment die Regierung führt, denn die Nominierung von Joseph Lambert durch den Senat ist umstritten, weil dieser selbst keine Legitimation mehr besitzt. - Bei AJE ein Bericht und Infos aus Washington, ein Bericht bei der BBC. Bei CNN Infos aus Port-au-Prince von Matt Rivers, außerdem Infos zur akuten humanitären Notlage der Bevölkerung. Infos dazu von Bruno Maes (Unicef). - Auf deutsch  nur bei Euronews ein Bericht.   ¤

A,B,C,E zus.21
                   
11.7.21

Der Bandenchef Jimmy Cherizier ("Barbecue") ruft seine Gefolgschaft zu bewaffneten Protesten gegen die Oppositionsparteien auf, die er wegen des Mordes an Präsident Moïse beschuldigt (OT). Einschätzungen von Monique Clesca (Journalistin in Port-au-Prince). 

Beim "Weltspiegel" ein Bericht von Thomas Aders über den Mord an Präsident Moïse. Spekulationen über die Auftraggeber, Verwunderung darüber, daß die Täter so schnell gefunden und verhaftet wurden. Dann ein Gespräch mit Johanna Maass (Welthungerhilfe in Port-au-Prince). 

A

WS

7

6

                   
12.7.21

Die Polizei hat einen Geschäftsmann verhaftet, der der Auftraggeber des Mordes an Präsident Moïse gewesen sein soll. Christian Emmanuel Sanon ist im Juni aus Florida eingereist, angeblich mit dem Ziel, sich selbst als Präsidenten einzusetzen. Infos bei AJE und CNN (hier von Matt Rivers aus Port-au-Prince). Bei CNN außerdem eine Rekonstruktion der Ereignisse vom letzten Mittwoch, dem Tag des Mordanschlags, mit der Verhaftung der meisten Mitglieder des Killerkommandos.

A,C,arj zus.17
           
13.7.21

Die Polizei sucht nach zehn weiteren Männern, die zu dem Killerkommando gehören sollen, das Präsident Moïse ermordet hat. Mehrere von ihnen sollen Verbindungen zu US-Behörden haben. Einige weitere Infos über den mutmaßlichen Anstifter des Mordkomplotts, den US-Haitianer Christian Emmanuel Sanon. Matt Rivers berichtet aus Port-au-Prince.

C 3
15.7.21

Etliche neue Entwicklungen um die Ermordung von Präsident Moïse. U.a. ist der Sicherheitschef des Präsidentenpalastes verhaftet worden und wird verhört, warum es keine Gegenwehr gegen das Killerkommando gab. Aus Kolumbien kommen Infos, wonach das Kommando eigentlich den Auftrag hatte, Moïse zu entführen und dann der US-Drogenbehörde zu übergeben. - Bei AJE Infos von Kim Ives, bei CNN Infos aus Port-au-Prince von Matt Rivers und aus Bogota von Stefano Pozzebon, sowie ein Bericht von Matt Rivers mit neuen Videos und Fotos vom Tag des Mordanschlags.  ¤

A,C zus.15
             
17.7.21

Meldung: Ex-Präsident Aristide ist nach einer medizinischen Behandlung in Kuba nach Port-au-Prince zurückgekehrt.

A

1/2

18.7.21

Ein paar weitere Details über den Mord an Präsident Moïse. Einer der Auftraggeber soll der frühere Regierungsbeamte Joseph Felix Badio gewesen sein, nach dem nun gefahndet wird. Unterdessen hat Haiti als letztes Land der Amerikas mit den Impfungen gegen Corona begonnen.

A

3

             
19.7.21

Übergangspremier Claude Joseph erklärt seinen Rücktritt und überläßt das Amt Ariel Henry, der noch von Präsident Moïse berufen worden war. Infos aus Miami von Andy Gallacher.

A

3
20.7.21

Ariel Henry ist als neuer Premierminister vereidigt worden. Seine Hauptaufgabe wird die Vorbereitung der Wahlen im September sein. Bericht von Andy Gallacher.

A

3

             
26.7.21

Die Beamten, die versuchen, die Hintermänner und das Motiv des Mordes an Präsident Moïse zu ermitteln, werden dabei massiv bedroht und eingeschüchtert. Nach dem Anschlag wurden die Ermittler zunächst nicht zum Tatort gelassen, konnten keine Zeugen befragen und wurden auch sonst erheblich behindert. Details darüber stehen in einem geleakten Dokument des Justizministeriums. Matt Rivers berichtet aus Port-au-Prince.

C

5

28.7.21

Meldung und Bilder: vor der US-Botschaft in Port-au-Prince demonstrieren Hunderte gegen eine Einmischung der USA, denen sie vorwerfen, in den Mord an Präsident Moïse verwickelt zu sein.

A

1/2

7.8.21

Einen Monat nach der Ermordung von Präsident Moïse sind viele Fragen unbeantwortet, vor allem die nach den Auftraggebern der Kommandoaktion. Bericht von Daniel Schweimler.

A

3

             
14.8.21

Auf der Halbinsel im Südwesten von Haiti gibt es ein sehr schweres Erbeben, das Epizentrum liegt etwa 150 km von Port-au-Prince. Die Gegend ist eher ländlich, aber dicht besiedelt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Bisher gibt es mindestens 300 Tote, wahrscheinlich wesentlich mehr.

A,B,C,TS

zus.10
             
15.8.21

Nach dem schweren Erdbeben auf der südwestlichen Halbinsel Tiburon suchen die Leute in den Trümmern nach Überlebenden. Die Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 1300. Mehrere Orte wurden komplett zerstört. Die Krankenhäuser sind völlig überlastet und teilweise auch zerstört. Morgen wird ein Hurrikan genau die betroffene Region treffen.

A,B,R,arj,
TS,hj,E
zus.18
             
16.8.21

Nach dem schweren Erdbeben im Südwesten des Landes steigt die Zahl der Toten auf über 1400. Mehr als 5000 Menschen wurden verletzt und werden in völlig überfüllten Krankenhäusern behandelt, meist unter freiem Himmel. Mehr als 30.000 Menschen sind obdachlos und leben in notdürftigen Zelten. Sorgen wegen des heraufziehenden Hurrikans.

A,arj,E zus.7
             
17.8.21

Der Tropensturm nach dem Erdbeben. Die Zahl der Toten ist auf mehr als 2000 gestiegen, Tausende Überlebende sitzen in notdürftigen Zelten, die vom Sturm zerfetzt werden. Angst vor Erdrutschen. John Holman (AJE) und James Clayton (BBC) berichten aus Haiti, Berichte auch bei arte und Tagesschau.

A,B,arj,TS zus.8
             
18.8.21

Aufräumen nach dem Erdbeben und dem nachfolgenden Tropensturm. Die Niederschläge waren nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Inzwischen mehr als 2200 Tote durch das Erdbeben. John Holman (AJE) und James Clayton (BBC) berichten aus Les Cayes und Macellin.  

A,B zus.5
             
19.8.21

Nur langsam kommen Hilfslieferungen in das Katastrophengebiet. John Holmann und Matt Rivers berichten über das umfassende Elend in Orten, die beim Erdbeben praktisch vollständig zerstört wurden. Außerdem ein Bericht bei der BBC.

A,B,C zus.9
             
20.8.21

James Clayton (BBC) berichtet aus dem kleinen Ort Les Angles, wo eine Woche nach dem Erdbeben noch keine Hilfe angekommen ist. In der Kirche fand zum Zeitpunkt des Bebens gerade ein Gottesdienst statt, beim Einsturz des Gebäudes wurden mindestens 22 Menschen getötet, davon etliche Kinder. Matt Rivers (CNN) fliegt über abgelegene zerstörte Dörfer, die bis heute von jeder Hilfe abgeschnitten sind.

B,C zus.6
21.8.21

John Holman berichtet aus Les Cayes über das Leid der Überlebenden des Erdbebens, in Notlagern aus Plastikplanen und ohne jede Ausstattung. Bei Euronews Bilder aus demselben Ort. Einige hungernde Bewohner haben dort einen Hilfstransport mit Lebensmitteln geplündert. 

A,E zus.4
                   
23.8.21

John Holman berichtet aus Port-au-Prince über die Corona-Epidemie in Haiti. Bisher ist das Land recht glimpflich davongekommen, mit etwa 600 Corona-Toten, laut den offiziellen Zahlen. Der Grund dafür ist unklar. Die Leute nehmen die Seuche nicht ernst und misstrauen den Behörden - kaum jemand trägt eine Maske, nur Wenige lassen sich impfen. - Xenia Böttcher berichtet aus Les Cayes über die Not nach dem Erdbeben. 700.000 Menschen brauchen Hilfe, die aber kaum kommt. Nachdem ein Hilfskonvoi geplündert wurde, sind die Lieferungen ausgesetzt worden.

A,TT zus.11
             
27.8.21

Die kriminellen Banden, die das Stadtviertel Martissant von Port-au-Prince beherrschen, haben eine Art Waffenstillstand erklärt, damit Hilfskonvois für das Erdbebengebiet ungehindert passieren können. Bericht von John Holman.

A

3

             
14.9.21

Der oberste Staatsanwalt hat den amtierenden Premierminister Ariel Henry wegen Beteiligung am Mordkomplett gegen Präsident Moïse angeklagt. Henry hat daraufhin den Staatsanwalt entlassen. Angeblich hat Henry am Tag des Mordes zweimal mit den Tätern telefoniert. - Erläuterungen von Jason Marczak (Atlantic Council) und Infos von John Holman (in Mexiko).

A

6

26.9.21

Während Biden tausende Menschen nach Haiti abschieben läßt, versinkt das Land immer weiter in Elend und Gewalt. In der Hauptstadt gab es innerhalb von einer Woche mindestens zehn Entführungen. Kriminelle Banden kämpfen um die Vorherrschaft. Melissa Bell berichtet aus Port-au-Prince.

C

3

30.9.21

Premierminister Henry gibt bekannt, daß die für November geplanten Wahlen erneut, zum vierten Mal, verschoben werden.   

A

3

17.10.21

In Port-au-Prince hat die kriminelle Bande "400 Mawozo" 16 US-Bürger und einen Kanadier entführt, die alle zu einer christlichen Missionarsgruppe gehören. Bei AJE ein Bericht aus Washington, bei CNN Infos aus Bogota.

A,C zus.7
             
18.10.21

Aus Protest gegen die allgemeine Unsicherheit haben Gewerkschaften und Oppositionsgruppen einen Generalstreik ausgerufen. In Port-au-Prince sind darum kaum Leute auf der Straße. Seit Jahresbeginn haben bewaffnete Banden hunderte Menschen entführt. Die USA haben mehrere Beamte nach Haiti geschickt, die nach den 17 entführten US-Amerikanern (Mitglieder und Angehörige einer Missionarsgruppe) suchen sollen. Einschätzungen aus Port-au-Prince von Harold Isaac (Journalist).

A

6

19.10.21

Die Bande "400 Mawozo" fordert für jeden der entführten 17 US-Bürger ("US-Missionare") eine Million Dollar Lösegeld. In den USA wird diskutiert, die Geiseln mit einer Militäraktion zu befreien. Bei AJE ein Bericht aus Ohio, wo die christliche Sekte "Christian Aid Ministries" ihren Sitz hat, zu der die Entführten gehören. Später Infos aus Port-au-Prince von Manuel Rapalo. Bei CNN berichtet Joe Johns aus Haiti, außerdem Einschätzungen von Robert Baer (Sicherheitsexperte).

A,C

zus.13
             
20.10.21

In Port-au-Prince demonstrieren hunderte Leute und fordern die Entführer von 17 US-Bürgern auf, ihre Geiseln freizulassen. Die entführten "Missionare" gehören anscheinend zu den Amish. Bei AJE berichten Manuel Rapalo aus Port-au-Prince und John Hendren aus Berlin (in Ohio), wo die Missionarssekte ihren Sitz hat. Bei CNN spricht Matt Rivers in Port-au-Prince mit einem französischen Priester, der im April von der selben Bande entführt wurde.

A,C

zus.8
21.10.21

In Port-au-Prince protestieren Leute gegen die umsichgreifende Unsicherheit und die dauernden Entführungen. Die Gruppe, die 17 US-amerikanische Missionare bzw. denen Angehörige entführt hat, kündigt an, die Geiseln zu töten, wenn das Lösegeld nicht bezahlt wird. Infos aus Port-au-Prince von Manuel Rapalo und aus Ohio von John Hendren, und Einschätzungen von Kim Ives (Haiti Liberté).

A

10

             
22.10.21

Mitglieder der Bandenvereinigung "G9" marschieren schwer bewaffnet durch Port-au-Prince und demonstrieren gegen die Regierung. Der Anführer der Gruppe, Jimmy Cherizier erklärt, daß die G9 mit der Entführung von 17 US-Amerikanern nichts zu tun haben. Infos aus Port-au-Prince von Manuel Rapalo. - Bei CNN ein Update von Joe Johns (auch in Port-au-Prince) zu der Entführung. 

A,C zus.7
23.10.21

Etwa die Hälfte der Hauptstadt Port-au-Prince wird von kriminellen Banden wie der "G9" kontrolliert, die dort praktisch die Arbeit der Polizei erledigen und sich eher wie politische Parteien verhalten - wenn sie sich nicht gerade gegenseitig bekriegen. Der Alltag der Leute wird dadurch nicht einfacher. Manuel Rapalo berichtet aus Port-au-Prince.

A

3

             
27.10.21

Rob Reynolds berichtet aus Port-au-Prince und besucht dort den Anführer des Bandenvereinigung "G9", Jimmy 'Barbeque" Cherizier, der sich selber als Beschützer der Armen und Kämpfer gegen ein korruptes System sieht. Vorwürfe über eine Beteiligung an Massakern bestreitet er. Er bewundert den Revolutionär und Nationalhelden Jean-Jaques Dessalines und vergleicht sich gern mit diesem.

A

4

             
28.10.21

Rob Reynolds berichtet aus Port-au-Prince über die katastrophale Lage in den Krankenhäusern, durch Corona, die allgemeine Mangelsituation und die ständigen Stromausfälle. Weil es kaum noch Benzin gibt, funktionieren auch die Notstromgeräte nicht.

A

3

             
30.10.21

Matt Rivers berichtet aus Port-au-Prince. In der Stadt gibt es praktisch kein Benzin mehr. Die Leute machen dafür die Regierung verantwortlich, aber es liegt wohl daran, daß kriminelle Banden die Zufahrten zu den beiden Ölhäfen kontrollieren und kaum Transporte durchlassen. Leidtragende sind vor allem die Patienten in den Krankenhäusern. Ohne Öl gibt es keinen Strom, auch keinen Notstrom, und damit fallen alle medizinischen Geräte aus, ebenso Kühlschränke für Medikamente.

C

4

3.11.21

Der Bandenchef Jimmy "Barbecue" Cherizier fordert bei einer Pressekonferenz die USA auf, ihm beim Sturz von Präsident Henry und seiner Regierung zu unterstützen. O-Ton, Infos und Bericht aus Port-au-Prince von John Hendren.

A

6

             
19.11.21

Reportage aus Port-au-Prince von Nadia Kriewald. Schulkinder, die ständig Angst vor Entführungen haben. Ein Krankenhaus im Notbetrieb wegen Spritmangel. Und ein Treffen mit dem Gangsterboss Jimmy 'Barbecue' Cherizier, der Regierungschef werden will.

n-AR

12

14.12.21

In Cap-Haïtien sind bei der Explosion eines Tankwagens mehr als 60 Menschen getötet worden. Der Wagen war bei einem Unfall umgekippt, Anwohner hatten das auslaufende Benzin aufgefangen. Das Land leidet an akutem Treibstoffmangel.

A,C,nam

zus.6
             
16.12.21

Die Gang "400 Mawozo" hat alle 17 US-Missionare freigelassen, die sie im Oktober entführt hatte. Ob das geforderte Lösegeld von 17 Millionen Dollar gezahlt wurde, ist unbekannt. Bei AJE Infos von Shihab Rattansi, bei CNN ein Bericht aus Port-au-Prince von Matt Rivers.

A,C

zus.5

17.12.21

Die Hintergründe der Ermordung von Präsident Moïse im Juli sind weiterhin unklar. Matt Rivers durfte jetzt erstmals im Gefängnis mit fünf der 26 beschuldigten Kolumbianer sprechen, die bestreiten, sie hätten irgendetwas von einem geplanten Mordanschlag gewußt. Angeblich war es Hauptziel des Angriffs, an eine Liste der wichtigsten Drogenhändler des Landes zu gelangen und diese dem FBI auszuhändigen. Die Männer werden unter üblen Bedingungen festgehalten und anscheinend gefoltert.

C

5

20.12.21

Weitere Infos zur Freilassung der 17 entführten US-Missionare. Angeblich wurde dafür ein Lösegeld in unbekannter Höhe bezahlt, und angeblich sind die letzten 12 Geiseln trotzdem nicht freigelassen worden, sondern konnten aus der Haft flüchten. Bei CNN Infos von Stefano Pozzebon (in Bogota).

A,C zus.3
29.1.22

 

 

"Ein Krankenhaus im Bandenkrieg" - Reportage von Gaël Turine und Elsa Kleinschmager über den Bandenkrieg in Port-au-Prince und ein MSF-Krankenhaus mittendrin.  ¤

Text von arte: "Die Ermordung von Haitis Präsident Jovnel Moïse im Juli 2021 hat den kriminellen Banden im Land zu einer nie gesehenen Vorherrschaft verholfen. Dutzende bewaffnete Gruppen dominieren das Leben und den Alltag der Bürger in der Hauptstadt Port au Prince und anderen Teilen des Landes: 2021 entführten sie 949 Menschen, darunter 55 ausländische Staatsangehörige. Die Gangs bekriegen sich, um neue Stadtviertel zu erobern, sie töten, vergewaltigen und plündern. Port au Prince ist heute ein Kriegsgebiet.
Mitten im Krieg der Banden betreibt die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die seit etwa 30 Jahren in Haiti tätig ist, ein Krankenhaus im Stadtteil Tabarre, das von den Schüssen bis jetzt verschont blieb. Die Unfallchirurgen dort müssen immer mehr Patienten mit Schussverletzungen durch Kriegswaffen behandeln; und das Krankenhaus hat als einziges im Land eine Station, die auf die Behandlung von Brandwunden spezialisiert ist – und auch hier kommen immer mehr Patienten aus dem ganzen Land."

arep

 

37

 

            
17.2.22

Tausende Arbeiter*innen streiken und demonstrieren für eine Anhebung des Mindestlohns. In Haitis Textilfabriken wird ein Großteil der Kleidung für die USA produziert, der Arbeitslohn liegt meist unter 5 $ pro Tag.  ¤

A 2
             
20.2.22

Die Dominikanische Republik beginnt mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Haiti, mit der  Migranten und Drogenhändler ferngehalten werden sollen. Erläuterungen von Joseph Harold Pierre (Politologe) aus Santo Domingo.  

A

4
21.2.22

Zwei Berichte über den Beginn des Baus einer 160 km langen Betonmauer an der Grenze der Dom.Rep. zu Haiti.  

arj,E

zus.4

             
29.3.22

Proteste gegen die Kriminalität in Port-au-Prince.  (NNA)*   

A

3

             
29.4.22

In Port-au-Prince sind bei Kämpfen zwischen Banden mehr als 20 Menschen getötet worden. Tausende Bewohner sind vor der Gewalt geflüchtet.   

A

2

             
27.6.22

In Port-au-Prince demonstrieren tausende Anhänger von Jean-Bertrand Aristide gegen die Regierung, gegen das allgemeine Chaos und für die Rückkehr des Ex-Präsidenten.  ¤

A

2

7.7.22

Ein Jahr nach dem Mord an Präsident Moïse ist noch keiner der Täter angeklagt. Das Land versinkt immer weiter im Chaos, und mehr Menschen als je zuvor versuchen, zu flüchten. Ein Bericht, und Einschätzungen von Michael Deibert.

A

9

             
13.7.22

Proteste und Straßenblockaden in Port-au-Prince gegen den Treibstoffmangel. Wegen der Bandenkriege haben Tankstellen den Betrieb eingestellt, Öltanker legen wegen Sicherheitsbedenken nicht mehr an  

A

1

14.7.22

Port-au-Prince versinkt weiter im Chaos der Bandenkriege. Etwa 100 Tote in einer Woche. Es gibt keinen Treibstoff mehr und Demonstranten zünden Barrikaden an, aus Protest gegen die Regierung, die sie für Knappheit und explodierende Preise verantwortlich machen. Bei AJE ein redaktioneller Bericht. (Auch bei arte ein Bericht.)

A 2
             
15.7.22

In Cité-Soleil, einem Stadtviertel von Port-au-Prince,  gibt es wegen der Bandenkämpfe seit einer Woche für 200.000 Bewohner keine Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser. Bei AJE Infos dazu von Jean-Martin Bauer (Vertreter des WFP in Haiti). Bei CNN ein Bericht von Matt Rivers (in Mexico City).

A,C zus.8
17.7.22

Seit Januar hat es in Haiti über 900 Morde und 680 Entführungen gegeben. Die 200.000 Bewohner des Stadtviertels Cité-Soleil sind wegen des Bandenkrieges praktisch von der Außenwelt abgeschlossen und bekommen weder Wasser noch Lebensmittel. Infos aus Petion-Ville von Louis-Henri Mars (Hilfsorganisation Lakou Lape).

A

5

             
24.7.22

Hunderte Kinder im Stadtteil Cité Soleil haben Zuflucht in einer leerstehenden Schule gefunden, nachdem sie wegen der Bandenkämpfe dort nicht mehr leben können.

A

2

             
25.7.22

Matt Rivers (in Mexiko) über die chaotischen Zustände im Stadtteil Cité Soleil.  

C

2

28.7.22

Der Bandenkrieg in Cité Soleil intensiviert sich und breitet sich auf das Stadtzentrum aus. Dort gerät bei den Kämpfen die Kathedrale in Brand. Bei AJE Infos aus Port-au-Prince von dem unabhängigen Journalisten Harold Isaac. Bei CNN ein Bericht von Matt Rivers mit Aufnahmen aus Port-au-Prince von Johnny Jack.

A,C

zus.8
8.8.22

Nick Paton Walsh berichtet aus Port-au-Prince über den Krieg zwischen Polizei und bewaffneten Banden. D.h., hauptsächlich begleitet er eine Polizeieinheit, die sinnlos, offenbar nur für die Kamera, herumballert.   

C

6

             
22.8.22

In Port-au-Prince werden bei wütenden gewalttätigen Protesten gegen die Regierung mehrere Menschen getötet.  Auslöser sind vor allem die enormen Preissteigerungen. Gespräch mit dem Journalisten Harold Isaac (in Petion-Ville). - Später ein Bericht.

A

6

             
7.9.22

In Port-au-Prince demonstrieren Tausende und fordern den Rücktritt der Regierung. Am Rand der friedlichen Demo kommt es zu Schießereien zwischen einigen Demonstranten und Polizisten.  

A

2

             
15.9.22

Nachdem die Regierung eine Verdoppelung der Treibstoffpreise angekündigt hat, gibt es im ganzen Land Unruhen und gewalttätige Proteste. In Gonaives plündern die Leute ein Nahrungsdepot des WFP und schleppen hunderte Säcke Getreide weg, das eigentlich für Schulen und Armenspeisungen vorgesehen war. Dann wird das Depot in Brand gesteckt. Infos aus Port-au-Prince von Harold Isaac (unabhängiger Journalist), später der redaktionelle Bericht.  ¤

A

7

             
16.9.22

Die gewaltsamen Unruhen dauern im ganzen Land an. In Port-au-Prince demonstrieren tausende bewaffnete Anhänger des Bandenchefs "Barbecue" Cherizier und verlangen den Rücktritt der Regierung.

A

1

18.9.22

Die gewaltsamen Proteste gegen den Spritmangel lassen das Land weiter im Chaos versinken. Nun fällt auch die Wasserversorgung aus, die seit dem Erdbeben 2010 meist mittels Tankwagen erfolgte. Und in den nächsten Tagen wird ein extrem starker Hurrikan erwartet, der bereits auf Puerto Rico enorme Zerstörungen und einen inselweiten Stromausfall verursacht hat.  ¤

A,B zus.4
             
28.9.22

Erneut und schon seit Tagen Streiks und Proteste gegen die Erhöhung der Spritpreise. Einschätzungen dazu aus Port-au-Prince von Ex-Premierminister Laurent Lamothe.

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7.10.22

Durch die anhaltenden Bandenkämpfe, Unruhen und Plünderungen wird die humanitäre Krise verschärft. Mangel an Lebensmitteln, Trinkwasser und Brennstoff, die Cholera ist ausgebrochen. Die Regierung bittet deshalb die OAS um die Entsendung einer Polizeitruppe.

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9.10.22

UN-Generalsekretär Guterres fordert den Sicherheitsrat auf, eine internationale Friedenstruppe zur Sicherung der Versorgung nach Haiti zu schicken, wie es die Regierung von Haiti erbeten hat. Einschätzungen dazu von Harold Isaac (Journalist in Port-au-Prince).

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10.10.22

In den Slums von Port-au-Prince ist erneut die Cholera ausgebrochen. Weil das Land durch die Bandenkriege immer mehr ins Chaos treibt, hat die Regierung die UN um Entsendung einer Polizeitruppe gebeten.

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11.10.22

In Port-au-Prince demonstrieren Tausende friedlich gegen die Regierung und deren Forderung nach einer internationalen Eingreiftruppe. Die Gewalt geht diesmal von der Polizei aus.

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14.10.22

Das WFP warnt angesichts von Bandenkriegen, Nahrungsmangel, Inflation und Cholera vor einer humanitären Katastrophe. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hungert. Gespräch mit Jean-Martin Bauer (Direktor des WFP in Port-au-Prince).  

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17.10.22

Im UN-Sicherheitsrat haben die USA zwei Vorschläge für eine internationale Eingreiftruppe für Haiti vorgelegt. In Port-au-Prince demonstrieren die Leute dagegen, weil UN-Truppen bisher mehr Probleme gebracht als gelöst haben. Infos und Bericht aus New York von James Bays.

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4.11.22

In Port-au-Prince hat die Polizei die Kontrolle über ein Treibstoffdepot übernommen, das seit zwei Monaten von bewaffneten Banden blockiert wurde. Einschätzungen von Jean-Martin Bauer (WFP) zu Hoffnungen, daß die katastrophale humanitäre Lage sich nun etwas entspannen könnte. Die Hälfte der Bevölkerung hat nicht genug zu Essen, die Cholera breitet sich aus,

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16.11.22

Wegen der chaotischen Zustände in Haiti flüchten immer mehr Menschen ins Nachbarland Dominikanische Republik. Jetzt haben die Behörden dort in wenigen Tagen etwa 50.000 Haitianerinnen deportiert, darunter auch Leute, die seit vielen Jahren in der Dom.Rep. gelebt und gearbeitet haben, und Kinder, die dort geboren wurden. Teresa Bo berichtet aus dem Grenzort Dajabon.

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17.11.22

Die Dom. Rep. baut entlang der Grenze zu Haiti einen Grenzzaun, der Flüchtlinge ("illegale Einwanderer") aus dem verarmten Land fernhalten soll. Teresa Bo berichtet aus Dajabon.

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20.11.22

Bericht bei der Tagesschau: die Cholera breitet sich rasant aus. Bisher 9000 Verdachtsfälle, 800 bestätigte Erkrankungen und mindestens 160 Tote. In den Krankenhäusern kann man den Menschen kaum helfen, weil Medikamente und sauberes Wasser fehlen.   

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23.11.22

Wegen der tiefen Krise Haitis flüchten immer mehr Menschen aus dem Land. Viele versuchen, in die USA zu gelangen. Von dort werden sie aber gnadenlos wieder abgeschoben, auch unter der Biden-Regierung. Dieses Jahr wurden mehr als 30.000 Haitianer abgeschoben, viele nach Mexiko, die anderen per Flugzeug direkt nach Cap Haitien im Norden Haitis. Dort landen viele von ihnen im völlig überfüllten Gefängnis. Femi Oke berichtet aus Cap Haitien.  ¤

Dazu auch von Femi Oke der Film "No Country for Haitians" in der Reihe "Faultlines".  (NNA)*  ¤

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